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Essstörungen sind Erkrankungen, bei denen es aufgrund von krank machenden seelischen Belastungen zu körperlichen Schäden kommt. Es handelt sich um eine psychosomatische Störung. Essstörungen stellen den Versuch dar, die Nahrungsaufnahme und damit den Körper zu manipulieren. (…) Unbewusst wird dabei versucht, innere Konflikte, hoffnungslos erscheinende Schwierigkeiten und Stress zu bewältigen.
Häufig treten Essstörungen gleichzeitig mit anderen körperlichen Folgeerkrankungen oder psychischen Begleiterscheinungen und Abhängigkeiten auf.
Essstörungen können Lösungsversuche für tiefer liegende seelische Probleme, Ausweg, Flucht oder Ersatz für verdrängte Gefühle und Bedürfnisse sein, ebenso stummer Protest oder Ablehnung. Sie signalisieren Verweigerung und stehen zugleich auch für Resignation oder Anpassung. (…)
Verglichen mit dem gängigen Schönheitsideal, das weit unter dem Normalgewicht liegt, fühlen sich meist Mädchen und junge Frauen dick und stehen ihrem Körper feindlich gegenüber. Der Bauch, der Po und die Oberschenkel werden zu Problemzonen erklärt. Die Körperwahrnehmung von Menschen mit einer Essstörung kann nachhaltig gestört sein.
Viele junge Frauen und auch Männer leben ständig mit dem Gefühl, fehlerhaft und mit Makeln behaftet zu sein. Das zermürbt und lässt das Selbstvertrauen schwinden. Selbst untergewichtige und normalgewichtige meist weibliche Jugendliche bezeichnen sich verächtlich als „dick“ und „fett“. Sie entwickeln eine Wut auf den eigenen „unvollkommenen“ Körper und beginnen mit Diäten.
Wichtig: Essstörungen beginnen im Kopf! Das beherrschende Thema ist KONTROLLE! (…)
Viele Faktoren kommen zusammen, wenn ein Mensch eine Essstörung entwickelt, z.B. Selbstzweifel, geringes Selbstwertgefühl, Spannungen in der Familie, Trennungserlebnisse, der Druck unter Gleichaltrigen usw. Die Entstehungsgründe für Essstörungen sind sehr vielfältig und individuell unterschiedlich.
Bei der Magersucht liegt das Körpergewicht mindestens 15% unter dem minimalen Normalgewicht. Betroffene nehmen ihr Gewicht und ihren Körper verzerrt wahr. Sie haben panische Angst davor, dick zu werden – trotz Untergewicht.
Bulimie tritt häufig im Zusammenhang mit Magersucht auf. Die Betroffenen leiden unter Heißhungeranfällen. In kürzester Zeit essen sie sehr große Mengen. Um nicht zuzunehmen, erbrechen sie sich meist nach diesen Essattacken.
Bei der Binge-Eating-Störung leiden die Betroffenen an regelmäßigen Heißhungerattacken. Anders als bei der Bulimie ergreifen die Betroffenen aber nach den Essanfällen keine Gegenmaßnahme. Diese Störung ist meist mit Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas) verbunden. Das bedeutet aber nicht, dass Menschen mit Übergewicht oder Fettleibigkeit automatisch an einer Binge-Eating-Störung leiden.
Die drei Formen können ineinander übergehen. (…)
Für Menschen mit einer Essstörung ist es ein weiter Weg zu lernen, sich selbst wieder liebevoll anzunehmen. Und die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Dies gilt insbesondere für die Befriedigung eigener Bedürfnisse.
Für sich selbst gut zu sorgen, ist manchmal schwierig und doch bedeutet es einen Schritt aus der Krankheit hinaus, der Unterstützung durch Fachleute und Angehörige bedarf.
Telefonberatung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) 0221-89 20 31, Montag bis Donnerstag 10-22 Uhr, Freitag bis Sonntag 10-18 Uhr.
www.bzga-essstoerungen.de Informationen und Beratung zum Thema Essstörungen
Dieser Text kommt aus einer Broschüre der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zum Thema „Essstörungen“. Hier kannst du dir die ganze Broschüre anschauen und runterladen:
www.bzga-essstoerungen.de/index.php?id=165
